Durch die WM geeint
(...) Südafrika entdeckt das "Wir"
Die WM 2010 ist (...) Geschichte, und passender als der großartige südafrikanische Buchautor Mark Gevisser hat wohl niemand ihren Effekt für Südafrika zusammengefasst: „Wir haben vor allem gewonnen, weil wir endlich von einem ‚Wir' sprechen konnten." Etwas habe sich mit der WM verändert, mit dieser gemeinsamen Unterstützung für die südafrikanische Nationalmannschaft und der Verantwortung für 200.000 ausländische Fans: „Wir haben uns alle auf der gleichen Seite wiedergefunden." Auf Augenhöhe.(...)
Viele der Stadionbesucher, die hier vorbeizogen, verdienen an einem Tag mehr als die Menschen in den Townships in einem Monat. Doch während der WM rückten die sozialen Unterschiede in Südafrika, die größten der Welt, in den Hintergrund. Was zählte, war die Gemeinsamkeit: Die erste Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden, die Erkenntnis, dass es eine gute werden würde.
Die Leute am Straßenrand schrien, sie lachten, es war eine spontane Parade gegen die Enttäuschung. Und auf das Gesicht der enttäuschten Fans in ihren Autos schlich sich das Lächeln zurück, das dieses Turnier auf so wunderbare Weise begleitet hat. Sie bremsten ab, einige stiegen aus und feierten mit. In der Dunkelheit, in einem Land wie Südafrika, in der so mancher hinter jedem Passanten einen Kriminellen befürchtet. (...)
Der ehemalige US-Politiker Henry Kissinger jedenfalls bezeichnete das Turnier als das bislang aufregendste. „Ich habe niemals eines mit besserer Organisation oder Gastfreundschaft erlebt." Und Bundeskanzlerin Angela Merkel befand: „Südafrika sollte wirklich stolz auf sich sein."(...)
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